Gemeinsamer Unterricht

 

An unserer Schule werden Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet. Die integrative Beschulung stellt eine Alternative zur Förderung behinderter Schülerinnen und Schüler in Förderschulen dar. Die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehören im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts zur Hauptschulklasse.

Die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen am Hauptschulunterricht teil. Dabei ist individuell für jede Schülerin und jeden Schüler zu entscheiden, wie sich entsprechend den Fähigkeiten sinnvolle Anknüpfungspunkte für den gemeinsamen Unterricht ergeben. Es gilt: So viel Gemeinsamkeit wie möglich, aber nicht nach dem Prinzip „Dabei sein ist alles“ - wenn nötig findet in einzelnen Fächern auch eine äußere Differenzierung statt, um Lernerfolge zu gewährleisten. Hauptschullehrer/innen und Sonderpädagog/innen arbeiten eng im Team zusammen. Es finden regelmäßige Teamgespräche sowie viele Absprachen zwischendurch statt, in denen die vergangenen Stunden reflektiert, die kommenden Stunden durchgesprochen und geplant sowie pädagogische Fragestellungen erörtert werden. Das Lehrerteam ist für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse verantwortlich.

Für Schüler/innen mit Förderbedarf gibt es individualisierte Stundenpläne. Methodisch werden geschlossene und frontal geführte Unterrichtsformen durch offene Formen wie Gruppen-/Partnerarbeit, Wochenplan- oder Stationenarbeit und projektorientiertes Arbeiten ergänzt oder ersetzt. Es zeigt sich, dass für das gemeinsame Arbeiten besonders Themen mit höheren Handlungsanteilen sowie Lernanteilen außerhalb des Schulgebäudes günstig sind. Sie ermöglichen mehr Kontakte zwischen den Schülern, unterstützen das soziale Lernen und individuelle Lernzugänge. Zusätzlich zum regulären Unterricht werden außer-unterrichtliche "Räume" der Begegnung, des Miteinanders und des Austausches geschaffen, z.B. Teilnahme an Gottesdiensten, Weihnachts- und Karnevalsfeier, Autorenlesung, Kinobesuch, Lesenacht und Klassenfahrt.

Die Schule erhofft durch die gemeinsame Unterrichtung aller Kinder gute soziale Umgangsformen unter den behinderten und nicht behinderten Schülern sowie eine Stärkung der sozialen und emotionalen Kompetenz aller Kinder. Die nicht behinderten Schüler machen die Erfahrung, dass behinderte Menschen zu uns gehören, dass sie besondere Fähigkeiten haben und dass man ihnen mit Achtung, Wertschätzung und Respekt begegnen muss. Die behinderten Schüler erfahren, dass sie als benachteiligte Menschen in wesentlichen Lebensbereichen nicht ausgeschlossen werden. Das Normalitätsprinzip soll so weit wie möglich die Grundlage des pädagogischen Handelns sein.